UV-Klärer und Wasser-Werte im Aquarium

Es gibt zwei Wasser-Werte die für die Bewohner von Aquarien von besonderer Bedeutung sind und die in einem Zusammenhang mit dem Einsatz von UV-Klärern stehen:

  • Fische und Wirbellose werden durch den Nitiritwert beeinflusst
  • Wasserpflanzen und damit indirekt auch Algen werden durch den Eisenwert beeinflusst

UV-Klärer und Nitritwerte und ihr Einfluss auf Fische und Wirbellose im Aquarium

Die Stoffkreisläufe im Aquarium haben einen hohen Einfluss auf das Wohlbefinden der vorhandenen Fische, Wirbellosen und Pflanzen. Oft sind es Ungleichgewichte in diesen Stoffkreisläufe die Algen- und Bakterienblüten (grünes und weißes Wasser) verursachen. Werden UV-Klärer eingesetzt dann greifen auch diese in die bestehenden Stoffkreisläufe ein.

Einfluss UV-Klärer auf Stoffkreisläufe

Warum hat ein UV-Klärer überhaupt Einfluss auf den Stickstoffkreislauf?
Die Antwort ist einfach: Durch die Bestrahlung der Algen und Bakterien mit UVC-Licht werden diese inaktiviert und sterben ab. Sie zersetzen sich und werden normalerweise durch Mikroorganismen (spezielle Bakterien) zersetzt. Dieser Prozess läuft ständig in der Natur und auch in Aquarien ab.
Schaffen es die Bakterien nicht schnell genug, die Reststoffe umzusetzen, dann entstehen z.T. giftige Stoffe, insbesondere Nitrit, die den Wasserbewohnern schaden können. Doch der Reihe nach. Der Stickstoffkreislauf ist so alt wie die Geschichte des Lebens auf der Erde und im Wasser. Stickstoff wird in Lebewesen eingebaut, ein Teil des Stickstoffes wird durch die Stoffwechsel-Aktivitäten ausgeschieden und auch nachdem die Lebewesen absterben, wird der in ihnen enthaltene Stickstoff durch Zersetzungsprozesse freigesetzt, in Pflanzen eingebaut, von Tieren als Nahrung aufgenommen, z.T. wieder ausgeschieden, zersetzt usw. Der Kreislauf im Detail ist komplex und wir konzentrieren uns auf die Abläufe im Aquarium und dem Einfluss des UV-Klärers.

UV-Klärer werden z.T. als letzte Rettung bei Algenblüten (grünes Wasser) oder Bakterienblüten (weißes Wasser) eingesetzt. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich bereits eine große Menge von winzigen Organismen im Wasser, erkennbar an der sichtbaren Trübung bzw. Verfärbungen. Werden diese Organismen durch die Bestrahlung des UV-Klärers abgetötet, dann befinden sich im Wasser in kurzer Zeit eine große Menge von abgestorbenem organischen Material im Aquarium, vergleichbar mit der Situation, in der ein großer Fisch verstorben ist, oder eine große Menge an Futter im Wasser verdirbt. Ob die Menge zu groß ist zur Bewältigung der im Filter und im Bodengrund vorhandenen Bakterien (diese werden durch den UV-Klärer nicht beeinflusst!) oder ob diese damit überfordert sind und das schädliche Nitirit entsteht, kann nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden.

Sollten Sie sich unsicher sein, empfehlen wir den Nitrit-Wert mittels Wassertestern zu überprüfen. Tests zum Nachweis von Nitrit:

Was tun beim Anstieg des Nitrit-Wertes?

Wichtig: Sollten die Nitrit-Werte tatsächlich ansteigen (bis max. 0,3mg/l) ist es einfach hiergegen vorzugehen, es muss nur schnell passieren: den UV-Klärer weiterlaufen lassen und parallel einen großzügigen Wasserwechsel (50%) durchführen. Danach den Nitirit-Wert weiter überwachen. Die Aktion wird nur einmal notwendig sein, danach wird es nicht mehr zum Anstieg der Mikroorganismen im Wasser in einem vergleichbarem Masse vorkommen. Der Spuck hat dann ein Ende.

UV-Klärer und Eisenwerte und ihr Einfluss auf das Wachstum von Wasserpflanzen und Algen

Pflanzen und auch Wasserpflanzen im Aquarium brauchen Spurenelemente (übrigens genau wie wir Menschen) zum Leben und Wachsen. Da ein üppiges Wasserpflanzenwachstum die beste Vorsorgemassnahme gegen Algen darstellt, besteht indirekt auch ein Zusammenhang zwischen den beiden Spurenelementenkonkurrenten Wasserpflanzen und Algen. Ein Spurenelement, welches in Verbindung mit dem Einsatz von UV-Klärern häufig diskutiert wird ist Eisen.

Als metallisches Spurenelement ist es für Wasserpflanzen nur in einer sogenannten Chelat-Verbindung verwertbar, da es nur so in Wasser löslich ist. Der Begriff Chelat kommt vom griechischen Wort „Krebsschere“.  Im Eisendünger sind es oft Salze die die Funktion der Krebsschere übernehmen. Man kann es sich einfach so vorstellen, in der Krebsschere ist das Eisen im Wasser löslich. Die Wasserlöslichkeit ist die Voraussetzung dafür, dass das Eisen bis zu den grünen Zellen der Wasserpflanzen transportiert werden kann. Aber, die Krebsscheren müssen das Eisen auch wieder freigeben, da es nur so von den Pflanzen ausgenommen werden kann. Die Freigabe erfolgt in der Regel durch den natürlichen UV Anteil des Aquarium- und des Tageslichtes. Da die im Wasser gelösten und durch die Krebsscheren geschützten Eisenverbindungen auch durch den UV-Klärer strömen, werden diese auch vom UV-C Licht bestrahlt. Dieses zusätzliche UV Licht beschleunigt die Zerstörung der Krebsscheren und das Freilegen des Eisens. Der Effekt ist ähnlich der Zerstörung der DNA der Zellkerne, nur in diesem Fall ist es ein unerwünschter Effekt. Der Eisengehalt des Wassers sinkt in der Regel schneller auf 0 mg/l, als ohne den Einsatz eines UV-Klärers.

Möchten Sie den Eisengehalt im Aquariumwasser testen, dann gibt es hierür einfache Streifen-Tests zum Nachweis von Eisen:

Problematisch wird es wenn es zu einem dauerhaften Eisenmangel kommt und die Wasserpflanzen Eisenmangelerscheinungen aufzeigen. Was kann man tun, um den zu erwartendem Eisenmangel vorzubeugen? Die Düngemittelindustrie hat die Notwendigkeit erkannt und besonders UV-stabile Chelatoren entwickelt. Unsere Empfehlung ist es, beim Einsatz von UV-Klärern diese speziellen Produkte zu verwenden. Die UV-stabilen Dünger sind nicht wesentlich teurer als herkömmliche Wasserpflanzendünger, daher lohnt es sich, hier das richtige Produkt auszuwählen.

Wir haben Ihnen ein kurze Produktübersicht zusammengestellt:

Alternativ können Sie jeden Wasserpflanzendünger verwenden, wenn sie die Düngergaben auf tägliche Düngung umstellen, z.B. im Rahmen der täglichen Fütterungen. Klassische Wasserpflanzendünger, mit hoher Kundenzufriedenheit, finden Sie hier:

Da die tägliche Düngung mit einem gewissen zusätzlichen Aufwand verbunden ist, bieten sich Düngeautomaten an, die diese regelmäßigen Aktivitäten unterstützen. Der Hersteller Dennerle bietet seit kurzem seinen Düngeautomat Dennerle Dosator an, der die regelmäßige Düngung automatisch vornimmt, je nach verwendetem Dünger wird eine bis vier Wochen lang automatisch gedüngt. Interessant ist, dass das Gerät auf dem physikalischen Prinzip der Osmose basiert und daher keinen Stromanschluss oder ähnliches benötigt. Die Anwendererfahrungen sind geteilt, von großer Begeisterung bis Enttäuschung. Da das kleine Gerät nicht sehr teuer ist, lohnt vielleicht ein Versuch. Mehr Informationen zum Gerät finden Sie hier.

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